Stichling, Quagga-Muschel, Kormoron und Klimawandel bedrohen Bodenseefelchen Landtagsabgeordneter Storz fordert Handeln

Veröffentlicht am 09.11.2021 in Fraktion

Bodenseefischer haben Jahr für Jahr weniger Felchen in ihren Netzen. Der Rückgang der Felchenbestände und damit der Fangmengen der Bodenseefischer ist dramatisch. Dies geht einer Stellungnahme der Landesregierung auf einen Antrag des Singener SPD-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz hervor.

Obwohl das Problem schon seit 30 Jahren bekannt sei, sei eine Trendwende nicht in Sicht. Storz und der Vorsitzende der SPD im Kreistag des Bodenseekreises, Norbert Zeller fordern daher aktives Handeln der Landesregierung, denn: „Der Felchen gehört zum See."

Während 2005 noch 760 Tonnen Felchen den Weg in den Netze der Fischer fanden, ging diese Zahl im Schnitt der vergangenen 15 Jahre auf 340 Tonnen zurück. Der Ertrag hat sich also mehr als halbiert, geht aus den Statistiken des Ministeriums für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hervor, das die Stellungnahme der Regierung zum Antrag erarbeitet hat. 2019 wurde mit 52 Tonnen gefangenen Felchen der absolute Tiefstwert aller Zeiten gemessen: Neben dem Felchen ist damit auch der Beruf der Bodenseefischer in ernster Gefahr, befürchten die beiden Sozialdemokraten.

Welche Veränderungen am See bedrohen die Felchen? Auch dazu antwortet die Landesregierung. So hat der Bodenseefisch ab etwa 2013 mit dem Stichling einen ernstzunehmenden Konkurrenten im See erhalten, der ihm Nahrungsgrundlagen streitig macht. Hinzu kommt: Die in den Bodensee eingewanderte Quagga-Muschel entzieht dem Seewasser durch ihre
Filtrierfähigkeit Nährstoffe und bindet sie am Gewässergrund. Befürchtet wird, dass damit die „Nahrungsgrundlage für planktonfressenden Fische, wie Felchen, weiter sinken wird“, so die Landesregierung. Auch der Felchen leidet unter der Klimaveränderung. Steigende Wassertemperaturen könnten bei Felchen dazu führen, dass sich das Laichgeschehen und der Larvenschlupf zeitlich von dem Aufkommen der natürlichen Nahrung entkoppeln und die Fische dadurch zusätzlich unter Stress setzen. Unter der Erwärmung des Wassers litten aber auch andere kälteliebende Fischarten wie die Trüsche, gibt die Regierung aktuelle Forschungsergebnisse wieder.

Hans-Peter Storz und Norbert Zeller, halten die die stark steigende Kormoran-Population „geradezu bedrohlich für die Felchen.“ Bis zu 4000 Kormorane hielten sich 2020 auf dem See auf. Der Winterbestand des Vogels habe sich ebenso verdoppelt wie die Zahl der Brutpaare, die zwischen 2012 und 2020 von 330 auf 677 angestiegen ist. Es sei davon auszugehen, dass die Kormorane mehr Felchen fressen, als die Fischer fangen können. Storz und Zeller halten daher ein Kormoran-Management am See für unvermeidbar. Vorbild dafür könnte das österreichische Vorarlberg sein. Die Landesregierung enthalte sich jedoch einer Stellungnahme zu diesem Modell, bedauert Storz.

Der Antrag „Wildfisch im Bodensee und die Entwicklung der Bodenseefischerei“ werde im Ausschuss für Ernährung, den ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landtags weiter beraten, erläutert Storz das weitere Vorgehen. Ein Termin stehe allerdings noch nicht fest. Dort wird Hans-Peter Storz nicht nur die Belastungen durch den Stichling und die Quagga-Muschel ansprechen, sondern auch auf eine verträgliche Regelung im Sinne eines Kormoranmanagements hinwirken.

Keine Auswirkungen auf den Bestand der Blaufelchen habe die Uferbebauung am See, sie betrifft aber Lebensräume anderer Fischarten wie z. B. Seeforelle oder Hecht, teilte die Landesregierung mit. Zeller fordert deshalb im Einklang
mit der Fischerei schon seit Jahren, bei der Frage der Renaturierung des Bodenseeufers nicht nachzulassen. Zeller und Storz bekräftigten die Haltung der SPD, dass Netzgehege mit der Funktion des Bodensees als
Trinkwasserspeicher unvereinbar sind.

Einig sind sich die SPD-Vertreter mit der Landesregierung bei der Beurteilung über Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme für Oberflächengewässer. „Der gute ökologische Zustand ist im Bodensee erreicht, so dass keine Veranlassung für ein nahrungsketten-Management besteht“, heißt es in der Antwort der Landesregierung.

Die ganze Antwort der Landesregierung finden Sie hier.

 
 

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Leon Hahn

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