SPD-Chef informiert sich über Situation der Berufsfischer

Veröffentlicht am 06.10.2019 in Pressemitteilungen

Dieser Tage hat sich der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD Baden-Württemberg, Andreas Stoch, mit Vertretern des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg, des Verbands Badischer Berufsfischer am Bodensee und des Angelsportvereins Konstanz in Immenstaad über die aktuelle Situation am See ausgetauscht. Im Hotel Heinzler wurde deutlich, welch tiefgreifende Auswirkungen die anhaltenden Veränderungen auf den Fischbestand und damit auf die Fischerei, die Gastronomie und den Tourismus am See haben.

Große Sorgen bereiten den Berufsfischern nach wie vor die rückläufigen Fangergebnisse, wie Thomas Lang und Jürgen Kath, Vizepräsidenten des Landesfischereiverbands gemeinsam mit Elke Dilger vom Verband badischer Berufsfischer und dem Vorsitzenden des Angelsportvereins, Bertram Wanner, betonten. Auch Hotelbesitzer Thomas Heinzler bedauert den Rückgang der Felchen, da seine Gäste natürlich „echten“ Bodenseefisch essen möchten. Er hofft auf Lösungen am See, die seine Gäste wieder mit mehr Fisch versorgen.

Gründe für das schlechte Fangergebnis seien der Nährstoffrückgang im See, das Aufkommen des Stichlings und der Fischfraß durch Kormorane. Während Befürworter in Aquakulturen die Lösung sähen, um gerade die Bodenseefelchen zu retten, sprechen sich nach den Worten der Fischereivertreter viele Berufsfischer dagegen aus. Sie fürchten Verunreinigungen und die Gefahr von Krankheiten. Hier spiele gerade auch das Tierwohl eine wichtige Rolle.

„Die Fische im See hungern – und Politik und Wissenschaft sind gefordert, nach Lösungen zu suchen, wie der Bodensee wieder produktionstüchtiger werden kann“, so Elke Dilger vom Verband badischer Berufsfischer. „Der Fisch ist ein Nahrungsmittel, das jedem Menschen hier am See als Gaumenschmaus verloren geht.“

Andreas Stoch erklärte, er nehme diese Entwicklung und die „existenziellen Sorgen“ der Fischer sehr ernst. Er werde das Gespräch zum Anlass nehmen, das Thema und die Probleme erneut in der Landeshauptstadt aufs Tapet zu bringen – und zwar deutlich.

Zuvor ging es – schon eine Stunde vor Sonnenaufgang – für den SPD-Chef und Berufsfischer Andreas Geiger bei Überlingen auf den Bodensee hinaus. Denn bei seiner Tour „Stoch packt‘s an“ im Land schaut sich der Sozialdemokrat nicht – wie sonst bei Betriebsbesichtigungen üblich – nur einen Betrieb an, sondern will selbst erleben, was es heißt, in das eine oder andere Berufsbild zu schlüpfen. Nur so ist aus seiner Sicht ein intensives Kennenlernen der jeweiligen Tätigkeit, der Sonnen- und Schattenseiten des jeweiligen Berufs möglich.

Der SPD-Vorsitzende zeigte sich dabei beeindruckt von der Arbeit von Andreas Geiger, der Fischer bleiben und kein Lebensmittelproduzent werden will, der mit Netzgehegen arbeitet. Er fängt auch in Zukunft lieber frei lebende Fische. Stoch: „Ich habe größten Respekt vor seiner Arbeit als Bodenseefischer.“

 
 

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