Bodenseeschifffahrt als ÖPNV anerkennen

Veröffentlicht am 11.09.2022 in Pressemitteilungen

Die SPD im Bodenseekreis fordert vom Land Baden-Württemberg, die Bodensee-Schifffahrt als ÖPNV anzuerkennen. Bislang war die grün-schwarze Landesregierung nicht bereit, die Regelförderung des ÖPNV für die Schifffahrt zu öffnen. „Für viele Pendler sind unsere Bodensee-Schiffe längst täglicher Bestandteil ihrer Fortbewegung, über das ganze Jahr und verbunden mit den Bus- und Bahnverkehren. Das muss endlich auch anerkannt und entsprechend finanziert werden“, so der SPD-Kreisvorsitzende Leon Hahn für den Kreisvorstand. „Denkbar wäre damit auch die Aufnahme der Schiffsverbindungen in die EBC und eine teilweise Erweiterung der Bodenseeschifffahrt in den Winterbetrieb, ganzjährig und getaktet“. Bislang erfolge die finanzielle Ausstattung ausschließlich durch die Kommunen und den Landkreis.

Bei einer Sitzung des SPD-Kreisvorstands war der Geschäftsführer der Bodensee-Schifffahrtbetriebe Frank Weber zu Gast. „Gerade die BSB haben mit dem Stapellauf ihres E-Katamarans „Insel Mainau“ gezeigt, dass sie Innovation und Umweltschutz an unseren See holen. Das Land sollte dies anerkennen und die BSB endlich auch finanziell stärker auf diesem Weg zu unterstützen“, so die SPD Bodenseekreis nach dem gemeinsamen Termin. Unter anderem schult die BSB ihre Schiffsführer im spritsparenden Fahren, denn bereits eine 10% langsamere Fahrt spart ca. 30% Treibstoff auf der freien Strecke.

„Die BSB haben sich als erster Binnen-Schifffahrtsbetrieb auf den Weg der vollständigen Klimaneutralität gemacht. Darauf können wir stolz sein. Gleichzeitig müssen wir auch die privaten Sportboote auf diesem Weg mitnehmen“, so Frank Weber. In ihren Häfen baue die BSB Schritt für Schritt die Ladeinfrastruktur auf. So sei die erste Ladestation für den E-Katamaran in Unteruhldingen grundsätzlich auch für private Fahrgastschiffe verfügbar. Die BSB und auch die EnBW leisten hier Starthilfe für die E-Mobilität auf dem See. Bei der Vergabe der Liegeplätze kann die BSB zukünftig auch direkten Einfluss auf die Umrüstung der Sportboote auf E-Antriebe nehmen.

Für die SPD müssen auch die bestehenden Linien im ganzjährigen Betrieb auf den Prüfstand. So sei die Strecke Friedrichshafen-Romanshorn mit den alten und schweren Fährschiffen in Zukunft wenig zielführend. Der Schweizer Wunsch nach einem Halbstunden-Takt sei mit den Fähren wirtschaftlich nicht umsetzbar. Statt des Gütertransports vorwiegend für den wertvollen Kies aus den Gruben u.a. im Altdorfer Wald in die Schweiz wäre eine Umstellung auf reinen Personentransport mit Katamaranen im Halbstunden-Takt sinnvoll, so die SPD im Kreis. Dies müsse in länderübergreifender Abstimmung geklärt werden.

Die SPD sprach sich bei ihrer Sitzung außerdem dafür aus, die Bodensee-Region bei der Umstellung auf Wasserstoff-basierte Antriebstechnologien weiterzuentwickeln und die kommunalpolitischen Weichen dafür zu stellen. Dabei sei noch viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf diesem Gebiet zu leisten.

 
 

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