
Friedrichshafen. In Folge 66 des SPD-Podcasts „Zwischendurch politisch“ kommt Werner Nuber frisch aus Tansania zurück – und Matthias Eckmann mit einem mulmigen Gefühl vor dem Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt. Aufgenommen wurde die Folge am Freitag, 4. September, veröffentlicht wird sie am Samstag, 5. September, um 10 Uhr – wie gewohnt als Video-Podcast auf Spotify und YouTube sowie als Audio-Podcast auf zahlreichen weiteren Plattformen.
Statt der geplanten Kenia-Reise führte es Werner Nuber wegen eines Flughafenstreiks nach Tansania: Safari mit allen „Big Five“, ein Zisternenprojekt für die Massai und viele Gespräche über Politik aus Sicht des globalen Südens. Sein Fazit: Europas Debatten interessieren dort kaum jemanden – mit Ausnahme des Iran-Konflikts, wegen der Benzinpreise. China wird überwiegend positiv gesehen, während für seine Gesprächspartner:innen eines unumstritten war: „Trump ist verrückt.“
Kommunalpolitisch geht es unter anderem um den neuen Sonnenschutz mit Sprühnebel am Antoniusplatz sowie um die angespannte Kliniklandschaft am Bodensee: Nachdem Ameos das Klinikum Friedrichshafen übernommen hat, muss sich die Oberschwabenklinik in Ravensburg laut einem Interview von Landrat Sievers neu aufstellen.
Auf Bundesebene hat das Kabinett eine Steuerreform zur Entlastung mittlerer Einkommen beschlossen – rund 600 Euro pro Jahr sollen Familien mit einem Einkommen um 40.000 Euro zusätzlich bleiben. Lobend erwähnt wird außerdem der Aktionsplan von Justizministerin Stefanie Hubig und Finanzminister Lars Klingbeil gegen Steuer- und Finanzkriminalität mit 26 Maßnahmen, den auch die Organisation Finanzwende um Anne Brorhilker ausdrücklich begrüßt.
Ernster wird es beim Blick auf die Sicherheitslage: Die Bundesregierung macht Russland offiziell für den Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und kündigt Konsequenzen an, unter anderem die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn. Gleichzeitig häufen sich weitere mutmaßliche Sabotageakte an Umspannwerken und einem Rüstungskonzern in München. „Wir sind nicht mehr im Frieden“, so die Einschätzung im Gespräch zur zunehmenden hybriden Bedrohung.
Besonders eindringlich wird die Folge beim Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Recherchen zeigen laut den Hosts, wie tief AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in rechtsextreme Netzwerke wie die Identitäre Bewegung eingebunden ist. Für Aufsehen sorgt zudem eine Reportage von BILD-Journalist Paul Ronzheimer: In seinem Wahlkreisbüro hatte der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Hans-Thomas Tillschneider offenbar unbemerkt eine Tasse mit rotem Stern und der Aufschrift „Russische Armee“ im Blick der Kamera stehen. Zum Krieg in der Ukraine sagte Tillschneider dazu lediglich: „Es ist nicht unser Krieg“ – „not my business“.
Im Gespräch ziehen Eckmann und Nuber historische Parallelen zur Weimarer Republik – Stichwort das neue Buch „Der Rückfall“ von Philipp Ruch – und diskutieren die Brandmauer-Debatte in der CDU um Thomas Strobl. Ein klares Signal kommt derweil aus der Kirche: Der Berliner Erzbischof Koch hatte sich zuvor unmissverständlich von der AfD distanziert: „Christsein und AfD, so wie sie sich präsentiert, passt nicht zusammen.“
Weitere Themen der Folge: Buchempfehlungen zu „Der Rückfall“ und Hannes Kreschels „Wutbürger.exe“, der Podcast-Tipp „Machtwechsel“, als Highlight Zoran Mamdanis neue Steuer auf leerstehende Zweitwohnungen in New York, als Lowlight die Aussagen von Israels Minister Ben-Gvir zu Gaza – sowie als Song Herbert Grönemeyers „Mensch“, das dieser kürzlich gemeinsam mit Vertreter:innen von SPD, Grünen und Linken im Magdeburger Dom sang.
„Zwischendurch politisch“ erscheint als Video-Podcast auf Spotify und Apple Podcasts sowie als Audio-Podcast auf zahlreichen weiteren Plattformen. Folge 66 ist ab Samstag, 5. September, abrufbar.