Sehr geehrter Herr Landrat,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren der Verwaltung,
sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
wer von Ihnen morgens an einer Haltestelle steht, weiß, wie wichtig ein verlässlicher Bus ist – für den Weg zur Schule, zur Arbeit oder zum Arzt.
Der öffentliche Nahverkehr verbindet unseren Landkreis – er schafft Zugang, ermöglicht Teilhabe und sorgt für bezahlbare und zuverlässige Mobilität ohne Auto.
Mit der Vision 2024 ist der ÖPNV im Bodenseekreis deutlich besser geworden: dichter getaktet, besser verknüpft, verlässlicher.
Dafür gilt der Verwaltung ausdrücklich Dank. Sie hat eine solide Grundlage geschaffen, auf der wir nun weiter aufbauen können.
Gleichzeitig wissen wir: Die finanziellen Spielräume sind enger geworden.
Steigende Kosten und das Deutschlandticket stellen den Haushalt vor neue Herausforderungen.
Darauf müssen wir reagieren – mit System, nicht mit Einzelentscheidungen.
Exemplarisch geht es heute um die Linie 110.
Sie ist nicht nur ein touristisches Angebot, sondern eine wichtige Verbindung für Schülerinnen und Schüler, Beschäftigte und ältere Menschen.
Sie erfüllt damit eine klassische Aufgabe öffentlicher Daseinsvorsorge – und sie muss erhalten bleiben.
Dass Uhldingen-Mühlhofen dafür 75 Prozent der Kosten übernehmen soll, ist nicht leistbar und auch nicht gerecht. Die Linie verläuft durch mehrere Gemeinden und wird von vielen genutzt – sie dient dem ganzen Landkreis.
Der ÖPNV darf deshalb nicht von der finanziellen Situation einzelner Kommunen abhängen.
Mobilität ist eine gemeinsame Aufgabe des Kreises – sozial, wirtschaftlich und ökologisch zugleich. Denn der öffentliche Nahverkehr ist mehr als reine Infrastruktur:
Er schafft soziale Gerechtigkeit, weil er Menschen unabhängig von Einkommen, Alter oder Wohnort mobil hält.
Er ist ein wirksames Instrument für den Klimaschutz – jede gut genutzte Busfahrt spart Energie, vermeidet Verkehr und entlastet Straßen und Ortschaften.
Er ist auch ein Instrument der Wirtschaftsförderung. Ein leistungsfähiger ÖPNV ist mittlerweile für die meisten Unternehmen ein mitentscheidender Standortfaktor.
Damit ist ein funktionierender ÖPNV soziale Politik, Klimapolitik und Wirtschaftsförderung zugleich.
Der gemeinsame Antrag von CDU, Freien Wählern und SPD greift dies auf.
Er ergänzt die Sitzungsvorlage sinnvoll, indem er den Blick weitet:
Die Verwaltung soll bis Anfang 2026 gemeinsam mit bodo, den Verkehrsunternehmen und den Gemeinden Vorschläge erarbeiten, wie das gesamte Liniennetz effizienter, wirtschaftlicher und zugleich verlässlich gestaltet werden kann.
Ziel ist, den Zuschussbedarf zu senken, ohne dass das Angebot spürbar schlechter wird –und zugleich sicherzustellen, dass wichtige Linien wie die 110 dauerhaft bestehen bleiben.
Der Antrag steht nicht im Gegensatz zur Arbeit der Verwaltung, sondern führt sie fort – vom Einzelfall zur Gesamtstrategie.
So schaffen wir einen ÖPNV, der bezahlbar bleibt, soziale Teilhabe sichert, zum Klimaschutz beiträgt, die Region als Wirtschaftsstandort stärkt und allen Menschen im Bodenseekreis zugutekommt.
Vielen Dank.